Der Vielseitigkeitssport hat seinen Ursprung im Polizeihundewesen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchte man nervenstarke, triebige Hunde, die als Unterstützung der Polizisten beim Finden und der Festnahme von Kriminellen ausgebildet wurden.
Genau wie beim Fechten und Boxen gibt es den früheren Zweck beim VPG-Sport nicht mehr. Aber noch immer sind es gleich veranlagte Hunde, die sich besonders für diesen Hundesport eignen. Beim Airedale-Terrier ist genauso wie bei den anderen acht Gebrauchshunderassen über Jahrzehnte in der Zucht ihre Eignung für diesen Sport ein wichtiges Kriterium gewesen.
Für eine VPG-Ausbildung muss ein Team aus Hund und seinem Hundeführer vielseitig begabt sein, setzt sich doch eine Prüfung aus drei Abteilungen zusammen, die in drei Schwierigkeitsstufen abgelegt werden können.
Abteilung A beinhaltet die Sucharbeit. Der Hund muss einer Gegenstandsfährte exakt folgen, die zwischen 300 und 600 Schritt lang ist, aus drei bis fünf Schenkeln besteht und zwei oder drei Gegenstände hat. Weitere Informationen zur Fährtenarbeit siehe Fährtenhund.
Abteilung B ist eine Weiterführung des Gehorsamsteils der Begleithundeprüfung. Der Schwierigkeitsgrad der Übungen steigt (z.B. Platz aus dem Laufen) und es kommen weitere Kommandos hinzu, wie z.B. Steh aus dem Gehen bzw. Laufen. Ferner wird der Hund mit dem Kommando “Voraus” in der von seinem Hundeführer angezeigten Richtung vorgeschickt, bis dies mit dem Platzbefehhl abgeschlossen wird. Hinzu kommt das Apportieren unterschiedlich schwerer Hölzer. Dies geschieht auf ebener Erde, über eine Meterhürde und eine 1,80m hohe Schrägwand.
Der Hundeführer darf außer den erlaubten Kommandos und gelegentlichem Loben seinem Hund keine Hilfen geben. Die beiden müssen so gut aufeinander eingespielt sein, dass der Hund dennoch aufmerksam die Kommandos aufnimmt und sie freudig und exakt ausführt.
Abteilung C beinhaltet den Schutzdienst. Hierbei muss der Hund einen Schutzdiensthelfer stellen, verfolgen und durch Beißen in den Ärmel am Weiterlaufen hindern.
Nur ein selbstbewusster Hund kann diese Aufgaben erfolgreich meistern, denn er muss eigenständig arbeiten. Doch darf sein Hundeführer die ganze Zeit nicht die Kontrolle über seinen Vierbeiner verlieren. Es verlangt viel Fingerspitzengefühl, um Gehorsam und Selbstständigkeit in Balance zu halten.
- Streife nach dem Helfer (Revieren), wobei der Hund Verstecke eng umläuft bis er auf den versteckten Helfer trifft.
- Stellen und Verbellen, wodurch die Anwesenheit des Helfers dem Hundeführer angezeigt wird. Dabei darf der Hund den Helfer nicht berühren oder in dessen Ärmel beißen
- Verfolgen des laufenden Helfers und Festhalten am Schutzdienstärmel; dabei muss der Hund sofort den Ärmel loslassen, wenn der Helfer stillsteht
- Abwehren eines Angriffes des Helfers auf den Hund durch Packen des Ärmels, dabei muss dedr Hund den Griff halten, obwohl der Helfer Vertreibungslaute ausstößt und dem Hund mit einem Softstock zwei Schläge erteilt
- Fußgehen hinter und neben dem Helfer, dabei muss der Hund eng neben seinem Hundeführer gehen, aber den Helfer nicht aus den Augen lassen
Viele Menschen betrachten den Schutzdienst mit Misstrauen, da sie meinen, der Hund würde hier scharf gemacht und somit zu einer Gefahr außerhalb des Hundeplatzes. Sie bedenken jedoch nicht, dass der Hund nicht auf Menschen abgerichtet wird wie bei der Polizei, sondern allein auf den Ärmel. Dem Helfer ohne Ärmel begegnet der Hund völlig neutral. Außerdem erhält der Hund Gelegenheit, sein Beutefangverhalten und seine Aggessionsbereitschaft auszuleben. Dies geschieht in einer kanalisierten, kontrollierten Weise, so dass der Hund sich außerhalb des Platzes ausgeglichener und selbstsicherer verhält.